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Gesundheit

Wer sich mit dem derzeitigen Gesundheitssystem auseinandersetzt wird feststellen, dass der Name irreführend ist. Gesundheit braucht nicht systematisiert zu werden, da es einen Zustand beschreibt, der nicht bearbeitet werden muss. Stattdessen liegt ein Krankheitssystem vor, das weitestgehend davon geprägt ist, Krankheit zu verwalten. Das gilt insbesondere für die konventionelle Medizin, die an den Hochschulen gelehrt wird. Abgesehen von der Notfallmedizin und der Akutversorgung vermag die Schulmedizin ihre Vorzüge auf keinem Gebiet auszuspielen. Im Bereich der chronischen Erkrankungen hat dieses System bislang kein schlüssiges Modell zu bieten, was Gesundheit stiftet. Wer eine zum Teil lebenslange Substitution mit Medikamenten als notwendig erachtet, hat eine etwas seltsame Vorstellung von Gesundheit.

Die Reduzierung des Menschen auf seine messbaren Parameter hat zu Entwicklungen geführt, die den Menschen immer weiter einschränken und begrenzen. Die Idee, dass es im Prinzip lediglich darauf ankomme, genetische und biochemische Prozesse zu verstehen und sie bei Störung gezielt beeinflussen zu können ist zwar verlockend, geht aber am Wesen des Lebendigen vollständig vorbei. Solange mechanistisch geprägte Modelle das Denken der Akteure im Krankheitswesen dominiert, wird sich an der Verfassung der Gesundheit nicht viel ändern. Das gilt letztlich auch für große Teile der Alternativmedizin, die sich zwar anderer Werkzeuge bedienen, aber im Wesen zur konventionellen Medizin nicht unterschieden sind. Es macht prinzipiell keinen Unterschied, ob bei chronischen Entzündungen Diclofenac oder Teufelskrallenextrakt zum Einsatz kommt, da beiden Systemen dasselbe Denken zugrunde liegt: ANTI Bekämpfen von Symptomen und Störungen. Was diesen Ansätzen fehlt ist das Bild der Kohärenz. Was drückt sich über eine Störung aus und womit steht sie im Zusammenhang? Welchem Eindruck folgt der Ausdruck? Wer Gesundheit stiften will, braucht ein erweitertes Bild der Biologie und muss Zusammenhänge herstellen. Es bedarf des systemischen Ansatzes, der in sich selbst weder ideologisch begrenzt, noch von Doktrinen beherrscht werden darf. Ein solches System schließt nichts aus. Es zieht hinzu, was zur Antwortfindung nützt und kombiniert Ansätze, die dem Betroffenen bei seiner Heilwerdung unterstützt, wohlwissend, dass diese Verfahren nur begleitenden Charakter haben können. Das Tun obliegt dem Betroffenen, nicht dem Therapeuten; er ist Begleiter auf Zeit ohne etwas für den Patienten zu wollen.

Darüber hinaus ist es sinnvoll und hilfreich, ein anderes Krankheitsverständnis zu entwickeln. Krankheit ist nicht das Gegenteil von Gesundheit, sondern ein Prozess der Selbstkorrektur, mit dem Ziel, Heilung herbeizuführen. Wenn die Dinge aus dem Ruder laufen und es keinen Weg gibt, Störungen unbemerkt zu regulieren, müssen diese sichtbar werden, um den Betroffenen auf diesen Umstand hinzuweisen. Da Heilung immer Selbstheilung ist, sollten die Maßnahmen darauf abzielen, die Selbstheilung zu unterstützen und nicht den Ausdruck des Korrekturprozesses zu unterdrücken, der letzten Endes auf das grundlegende Problem oder Ursache hinweist. Dazu ist vernetztes Denken erforderlich, um den Zusammenhang zu erkennen. Rational-analytisches Denken führt hier nicht weiter.

Auf dieser Philosophie beruhen Modelle der hier vorgestellten Ansätze. Sie dienen der Selbstkorrektur und nicht der Verwaltung von Zuständen, ganz gleich, in welcher Form sie zum Ausdruck kommen.

Kosten für Krankheit

Wenn die etablierten medizinischen Modelle zielführend wären und Gesundheit generieren würden, müssten die Kosten dafür immer geringer werden. Das Gegenteil ist der Fall. Weiterhin müssten die medizinischen Wörterbücher dünner werden. Auch diese werden von Auflage zu Auflage immer dicker.
Darüber hinaus werden diese Kosten im Zusammenhang mit dem Gesundheitssystem gebracht. Das ist ein Etikettenschwindel. Gesundheit kostet kein Geld. Krankheit und dessen Verwaltung kosten (sehr viel) Geld.